Eine Reise – unzählige Highlights

Wir schreiben den 31.03.2014, unsere letzten Tage dieser 185 tägigen Reise sind angebrochen. Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen sechs Monate.

Für mich persönlich mein grösstes Highlight an dieser Reise ist meine (Reise)-Partnerin Gisela! Wir haben zusammen eine wunderschöne Zeit verbracht. Danke aus tiefstem Herzen Gisela, dass du diese Reise mit mir angetreten hast. Danke, dass du trotz Diabetes vor nichts zurück geschreckt bist, dass wir zusammen tauchen gelernt haben, dass wir Länder bereist haben, wo es kein Insulin gibt… Das war mutig und verdient höchsten Respekt!

Weiteres Highlight war, dass einfach alles Wesentliche super gut geklappt hat. Wir sind noch nicht zu Hause,  ich fasse deshalb Holz an, dass dies so bleibt. Das Wichtigste zuerst, wir sind immer gesund geblieben, haben kaum auch nur ein Pflaster gebraucht. Ein grosses Geschenk, das Schicksal hat es sehr gut gemeint mit uns. Es ist nichts geklaut worden, ebenfalls nicht selbstverständlich. Wir hatten praktisch immer gutes Wetter, vor allem in Neuseeland im November keine Selbstverständlichkeit. Unsere Fahrzeuge in  denen wir die ersten 10 Wochen unserer Reise verbrachten waren in einwandfreiem Zustand, sehr zuverlässig und wirklich coole Autos. Wir haben über 13‘000 km gemacht, ohne nennenswerte Zwischenfälle!

Ein fortwährendes Highlight für mich war die viele Zeit, die wir hatten. Keine Verpflichtungen, nichts müssen, einfach nur  alles dürfen. Ein Leben ohne Uhr, ohne Termine, traumhaft!!

Weiter zähle ich die vielen Bekanntschaften und die Treffen von Familie und Freunden zu meinen Highlights. Wir haben sehr viele nette, interessante, lustige, liebenswürdige Menschen kennengelernt, seien dies andere Reisende oder Guides und Einheimische.

Last but not least, möchte ich für mich persönlich die Massagen erwähnen. Diese habe ich sehr intensiv genossen, sei es in Thailand, Kambodscha, Laos oder natürlich auf Bali, sie waren super entspannend und sehr preiswert!

Diese und noch viele mehr sind meine allgemeinen  Highlights, untenstehend werde ich die konkreten Highlights (stichwortartig) zusammenfassen.

 

Australien – Darwin – Broome – Perth im 4WD Truck-Camper

Wir sind nach Darwin geflogen und haben unsere Reise mit dem Truckcamper am 04.10.2013 begonnen.

Das  erste Highlight liess nicht lange auf sich warten, es war für mich die Fahrt im Offroad Fahrzeug zu den Tajanara Falls im Litchfield Nationalpark. Allgemein zähle ich in Australien  sämtliche 4WD-Strecken (wir sind  über 1000km mit allen Rädern angetrieben gefahren) zu den Höhepunkten. Besonders erwähnenswert waren für mich die Fahrten durch Wasser, über trockengelegte Flussbetten (im El Questro) zu den Jim-Jim-Falls im Kakadu NP,  zu den Bungle Bungles, die ganze Gibb River Road, zum Cape Peron NP, nach Cape Leveque, am 80 Mile Beach und viele mehr.

Landschaftlich sind für mich in Australien der Karijini NP, Ubirr mit faszinierenden Wandmalereien im Kakadu NP, die Yellowwater-Cruise im Kakadu NP (wo Salzwasser Crocs in freier Natur und hunderte von Vogelarten beobachtet werden können) die Bungle  Bungles aber auch Dampier Peninsula und vieles mehr Höhepunkte.
Weiter sehr beeindruckt hat mich ein Wallaby in Mount Elizabeth auf der Gibb River Road. Dieser war völlig zahm und frass uns aus dem Händen, dies sogar mit einem Jungen im Beutel. Sehr eindrücklich. Ebenfalls sehr fasziniert war ich von den Känguruhs im Yancep NP, an einem frühen morgen durften wir zusehen, wie eine Mutter ihrem Jungen gelernt hat über eine Mauer zu springen. Wow!!!! Die Koalas gehören selbstverständlich auch zu den Highlights. Die Städte Perth und Sydney (mit Treffen  von einem OZ-Freund) haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.

 

Neuseeland – Übernahme vom Campervan in Auckland – Rückgabe in Christchurch

Nach dem überaus trockenen Australien (insbesondere in den Kimberleys war es extrem trocken) bot das grüne Neuseeland als ganzes ein Highlight. Nach Neuseeland möchte ich definitiv zurückkehren.

Meine Highlights:

Jede einzelne Autofahrt, Landschaft, grün – grüner – am grünsten!!! Faszinierend!!!!
Hotwater Beach (Coromandel Peninsula)
Rotorua (Vulkangegend, heisse Quellen)
Waikite Valley
Wai-o-Tapu
Tongariro Alpine Crossing
Kanufahren auf dem Whanganui River
Kayak/hike im Abel Tasman
Westküste (Scenicdrive Westport – Hokitika, Pancakes Rocks)
Franz Josef aus der Ferne
Fox-Glacier Wanderung
Spiegelung Mount Tasman & Mount Cook im Lake Matheson
Wanaka (Roy’s Peak-Wanderung, velofahren)
Queenstown (Ben Lommond)
Aoraki (Mount Cook) Wanderung zu den Gletscherseen mit schwimmenden Eisbergen
Lake Tekapo (Wanderung zum Mount John)
Whalewatching in Kaikoura
Fahrt nach Akaroa

 

Myanmar – Hinflug nach Yangun – Rückflug ab Mandalay

Ehrlichkeit/Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft der Leute
Ursprünglichkeit, untouristisch
die Zufriedenheit der Leute
Yangoon, eine 4 Mio Stadt, welche am Samstag Abend ab 21:00 Uhr wie ausgestorben ist
Jugendliche welche am Samstag Abend im Internet Cafe auf Facebook sind
Ngwe Saung – Beach
unser Taxi-Driver Coco und dessen Söhne
das handbetriebene Riesenrad auf dem „Jahrmarkt“ beim golden Rock
Golden Rock
Kalaw – Inle Lake Trekking
Inle Lake
Bagan

 

Cambodia – Grenzübertritt via Poipet ab Bangkok

Siem Reap (Essen, vor allem auch nach dem eher schlechten Essen in Myanmar)
Temples of Angkor => Angkor Wat, Bayon und Ta Phrom
Slowboat nach Battambang
Bamboo-Train
Koh Rong Samloem => Robinson Crusoe Feeling
Kampot
Phnom Penh, trotz brutaler Geschichte…
Trekking Banlung, unser Führer Vuthy

 

Laos  – Grenzübertritt im Süden von Cambodia – Ausreise ab Vientiane – Udon Thani

4000 Islands –Tubing – Livestyle, dolce far niente – Ferien von den Ferien
Pakse, Zipline Treetop
Kong Lo Caves
Luang Prabang – Nightmarket – Ausflug zum Kung Si Wasserfall

 

Thailand – Khao  Lak

Überraschung Mama und Co.
Tauchen lernen mit Divemaster Hakan – Padi Open Water Certificate – Letzter Tauchgang im Kurs am Schiffswrack
Essen
Ausflug nach Khao Sok, Übernachtung in Floating Bungalows

 

Indonesien 03.03.14 – 30.03.2014

Essen
Leute
Tanah Lot Temple
Ubud
Trekking Mount Batur
Rice Fields Tegalalang, Jatiluwih
Temple Lake Bratan
Tauchen Menjangan Island
Schnorcheln Lovina
Delfin Lovina
Gili Air – tauchen – schnorcheln – Livestyle – Ferien von den Ferien
Schiffsreise nach Labuanbajo – Pink Beach – Komodo Dragons
Nusa Lembongan: Tauchen, Resort

Indonesien: Bali, Gili, Komodo

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Bei unserer Ankunft in Denpasar (Bali) überraschte uns Beat, indem er uns in der Ankunftshalle, bereits mit 3 Anker (indonesisches Bier) in der Hand erwartete 😉 Beat ist Sandros Sandkastenfreund und ebenfalls auf Weltreise. Da Indonesien perfekt in sein Programm passte, hatten wir abgemacht, uns in Bali zu treffen. Einfachheitshalber blieben wir die ersten Tage in Kuta, nahe beim Flughafen. Der Ort ist sehr touristisch, die Verkäufer ziemlich aufdringlich und am Strand wird täglich viel Müll angespült. Jedoch war es toll, den dortigen Surfern zuzukucken, wundervolle Sonnenuntergänge in einem Plastikstuhl direkt am Strand zu geniessen, und einfach ein bisschen anzukommen. Dank Facebook erfuhren wir, dass Sandros Cousin Dani und seine Freundin Isa sich exakt zu dieser Zeit auch auf Bali befanden. Wir trafen die beiden im Ganzen dreimal während unserer Reise in Indonesien (Kuta, Ubud und auf Gili Air). Solche Zufälle sind einfach genial.

Taxifahrten sind in Indonesien gut zahlbar, zu dritt sogar günstiger als Busfahren. Auf unserem Weg nach Ubud im Landesinneren machten wir noch einen Umweg zum Tempel Tanah Lot. Der Tempel befand sich auf einem Felsen, und nur während der Ebbe kann man ihn zu Fuss erreichen. Besichtigen durften wir den Tempel jedoch nicht, daher war‘s nicht ganz so interessant, wie wir es uns erhofft hatten.

Dafür hat uns Ubud auf Anhieb gefallen. Zwar ebenfalls sehr touristisch, jedoch mit hübschen Strassen mit Restaurants, einem Monkey-Park voll von vorwitzigen Affen. Auch eine einheimische Tanzshow haben wir besucht. Die Masken waren beeindruckend, und die Tänzer mit ihren extremen Gesichtsausdrucken interessant anzuschauen. Sandro und Beat fanden 1.5h etwas lange, aber wenn wir mehr von der Geschichte verstanden hätten, wäre es sicher spannender gewesen.

Bali ist eine Vulkaninsel, einige davon sind noch aktiv. Wir beschlossen, den Mt. Batur zu besteigen. Er ist nicht der höchste Vulkan, doch mit 1700m eine gute Höhe für eine Wanderung. Um 2.30 Uhr morgens wurden wir vom Taxi abgeholt. Um 3.45 Uhr starteten wir gemeinsam mit einem Führer und mit Taschenlampen bewaffnet den Aufstieg. Innert 2 Stunden erreichten wir die Bergspitze. Der Weg war teilweise schon ziemlich steil, und gegen Ende war der Lavasand auch rutschig. Aber im Grossen und Ganzen war es keine schwierige Wanderung. Unser Führer bereitete uns ein Bananensandwich zum Frühstück zu, während wir auf den Sonnenaufgang warteten. Wir wurden mit einer wundervollen Sicht belohnt, der Himmel war das reinste Spektakel. Mit rund 12Grad war der Wind eher frisch, und zum ersten Mal seit Tagen erwarteten wir dankbar die wärmenden Sonnenstrahlen. Beim Abstieg wurde es dann schon bald wieder heiss.

Taxifahrer sind oft auch Fremdenführer – und so fuhr er uns auf dem Rückweg zu einem Kaffeeproduzent, zu einem schönen Tempel mit Palmen und Wasserbecken und zu kleineren Reisterrassen, welche sehr schön anzuschauen waren. Den Nachmittag verbrachten wir in den gemütlichen Restaurants bei indonesischen Tapas und Bintang-Bier, und schauten ein wenig den vorbeilaufenden Touristen zu. Ubud war einfach eine richtig gemütliche Stadt.

Am nächsten Tag fuhren wir in Richtung Lovina Beach, im Norden Bali‘s. Auch hier hatten wir einige Zwischenhalte eingeplant. In Jatiluwih bewunderten wir die grössten Reisterrassen Bali‘s. Diese waren wirklich beeindruckend, und wir liefen eine Weile durch das kräftige Grün der uns umgebenden Reisfelder. Ein weiterer Halt machten wir beim Tempel am See Bratan. Der Tempel war mit den traditionellen balinesischen Dächerturm ausgestattet. Da es ein hinduistischer Feiertag war, durften wir auch die hübschen Balinesischen Frauen in ihren traditionellen Gewändern bewundern. Zuletzt hielten wir noch am Wasserfall in Munduk. Die letzten Meter zum Wasserfall konnten wir auf einer Plattform laufen, der Wasserfall war gut 20m hoch. Das Wasser prasste mit einer Kraft runter, so dass wir innert Kürze durchnässt waren. Eine schöne Abkühlung vor dem steilen Aufstieg zurück zur Strasse.

Als wir in Lovina ankamen, waren wir vom Anblick des Städtchens enttäuscht. Viel Verkehr, wenig Charme. Doch wir hatten online bereits ein tolles Hotel ausgesucht, mit einer wunderschönen Gartenanlage und einem grossem Pool. Auch unsere Zimmer waren hübsch. Wir genossen es, einfach ein wenig zu entspannen. Ausserdem buchten wir einen Tauchausflug zur im Nordwesten gelegenen Insel Menjangban. Der erste Tauchgang war ein Drift-Diving, bei welchem wir von der Strömung am Riff entlang getrieben wurden, und wir das Riff wie in einem abspielenden Film anschauen konnten. Die Sicht war genial, das Riff farbig und von vielen farbigen Fischen – inklusive Nemo – bewohnt. Auch der zweite Tauchgang war sehr schön und wir waren glücklich, dass Sandro der Druckausgleich je länger je einfacher fiel und ich mit meinen Zuckerwerten gut zurecht kam. Dank Beat und seiner Gopro haben wir nun auch Unterwasserfotos von uns 🙂

Lovina ist bekannt für die Delfine in der Bucht. Bereits um 6 Uhr mussten wir für den Bootsauflug bereit stehen. Das Boot war schmal, wir sassen hintereinander, und bot Platz für max. 5 Personen. Unser Bootsführer fuhr ziemlich lange in der Bucht umher, bis er entschlossen einen Kurs nach Westen einschlug. Schliesslich sahen wir eine Ansammlung von ca. 40 Booten, da mussten wohl auch die Delfine sein. Es war wirklich schön anzusehen, wie die Delfine in Gruppen immer wieder auftauchten, und einige sprangen sogar. Aber die Boote fuhren meist mitten durch den Schwarm, um den Touristen ein möglichst nahes Bild zu ermöglichen. Uns taten die Delfine richtig leid.

Anschliessend gingen wir noch schnorcheln beim Hausriff des Lovina Beach. Wir waren erstaunt über die Farben des Riffs und die vielen schönen Fische.

Um 12 fuhren wir weitere nach Padangbai, von wo die Speedboote zu den Gili Islands fuhren. Wir blieben dort zwei Nächte, und konnten in der Blue Lagoon auch super schnorcheln. Der Ort selbst war nicht sehr speziell, aber von unseren höhergelegenen Hotelzimmern hatten wir einen schönen Blick auf Palmen und Hafen.

Glücklicherweise war das Meer auf der Überfahrt ruhig, so dass wir die zweistündige Fahrt gut überstanden. Es gibt 3 Gili Inseln: Tarawangan ist bekannt für die Parties, Meno ist die kleinste der 3 Inseln, Gili Air ist etwas zwischendrin. Wir entschieden uns für die goldene Mitte: Gili Air. Bereits am ersten Nachmittag liefen wir (ungeplant) um die ganze Insel. Sie war gesäumt von vielen hübsche Restaurants am Strand, einigen Tauchschulen, einem ATM und dann noch ein Paar Reisebüros, welche diverse Ausflüge anboten. Wir fanden uns schnell zurecht – schliesslich war die Insel sehr übersichtlich. Bereits am nächsten Nachmittag unternahmen wir unseren ersten Tauchausflug zum Turtle Heaven. Es war wunderschön, die grossen, friedlichen Schildkörten nah anzuschauen und beim davonschwimmen hinterher zu blicken. Am nächsten Tag probierten wir an einigen Stellen zu schnorcheln. Teilweise war das Wasser zu wenig tief und das Riff zu weit aussen, so dass wir abbrechen mussten. Wir schnorchelten an drei verschiedenen Orten, und schwupps, hatten wir schon wieder die ganze Insel zu Fuss umrundet. Am Abend assen wir frischen gegrillten Fisch, welchen wir  im Restaurant selbst von der Präsentierplatte ausgesucht hatten. Wow, einfach genial! So vergingen unsere Tage auf Gili Air; schnorcheln, essen, tauchen (Sandro und Beat erblickten sogar einen kleinen Riffhai), und wir genossen die entspannende Zeit.

Sandro und ich hatten von Beginn weg geplant, nach Komodo zu fahren, wo die bekannten Komodo-Dragons leben. Die Insel war jedoch einige 100km entfernt, und so buchten wir eine mehrtätigige Schiffahrt dorthin und einen Flug ab dem nahestgelegenen Flughafen (Labuanbajo) zurück nach Bali. Der beste Anbieter für diese Reise ist Perama Tour, doch auch über diesen haben wir schlechte Berichte gelesen. Zu Beginn klappte alles wunderbar: mit einem Langboot wurden wir zur Insel Lombok gebracht, wo ein Bus von Perama auf uns wartete. Per Bus durchquerten wir die Insel Lombok und machten noch einen Halt in einer Töpferei. Am Hafen sollten wir noch die Werft von Perama besuchen, doch während dem wir in einem Schiffähnlichen Unterstand einen Kaffee erhielten, zog ein heftiges Gewitter auf. Der Regen prasselte nur so nieder und durch den Wind gab es nur eine kleine Ecke unter dem Dach, wo wir trocken blieben. Perama hatte noch ein Boot weiter draussen, welches repariert werde musste. Plötzlich waren einige Männer um uns in heller Aufregung und wateten dem Boot entgegen, während es wie aus Kübeln schüttete. Glücklicherweise ging alles gut aus und eine Stunde später fuhren wir zum Hafen, wo unser Schiff auf uns wartete. Uns wurde das neueste und grösste Schiff versprochen. Hier bestätigten sich die schlechten Reviews – Perama verwies uns auf ein kleineres und älteres (5 Jahre alt) Schiff. Ein Holländisches Paar versuchte sich zu wehren, doch vergebens. Es fühlte sich komisch an, einfach machtlos zu sein. Entweder wir fuhren mit oder wir verschwendeten unsere Energie mit Diskussionen, durch welche wir dann ev. noch unser Geld rückerstattet erhalten würden. Nun denn, wir entschieden uns für den Weg des geringsten Widerstandes. Im Nachhinein war dies auch die richtige Entscheidung, denn die Jungs auf dem Boot gaben sich alle Mühe, um uns einen tollen Aufenthalt an Bord zu ermöglichen.

Als das Boot losfuhr, erhielten wir bereits unsere erste Mahlzeit –  Gemüse, Reis und Poulet mit indonesischer Erdnusssosse – super! Während der ganzen Reise fanden wir das Essen immer gut bis sehr gut, was uns sehr erstaunte. Das Wetter war nicht immer ganz so toll. Meist war es bewölkt, und hin und wieder wurden wir von einem kleinen Regenschauer überrascht. Das war aber nicht weiter schlimm – meist trugen wir ohnehin bereits Badesachen, und es war warm. Einmal nach dem Schnorcheln im Meer stand ich lange im Regen, um das Salzwasser abzuwaschen 🙂 Nachts schliefen wir auf Deck. Das Deck war überdacht, an den Seiten schützten uns Blachen vor einem allfälligen Regen und die Matrosen legten jeden Abend Matratzen und Kissen für uns aus. Die Matratzen hatten einen Gummiüberzug und waren so vor Wasser geschützt. Nachts fuhren wir immer, und auch wenn es durch den Wellengang ziemlich schaukelte, so schliefen wir alle jeweils erstaunlich gut.

Am letzten Morgen hielten wir vor der Insel Komodo. Deren Hauptattraktion sind die Komodo Dragons; 2-3m lange Echsen, welche bis zu 20km/h schnell laufen können und ihre Opfer töten, indem sie sie durch einen Biss mit Bakterien vergiften. Sie warten dann einige Tage, bis das Opfer gestorben ist. Wenn der Dragon beginnt, das Opfer zu essen, kommen auch andere zum Festmahl: sie riechen Blut bis auf 5km. Bereits unser Führer Rony hat uns informiert, dass Frauen, welche gerade die Periode haben, lange Hosen tragen und sich am Morgen beim Führer melden sollen. Wow, wir hatten schon ein bisschen Respekt vor dem Ausflug. Andererseits gehörte er auch zum Standardprogramm dieser Schiffsreise, und daher konnte es bisher kaum Zwischenfälle gegeben haben.

Unsere 15er-Gruppe wurde von 3 Führern begleitet, jeder von ihnen trug einen Stock mit sich, welcher sich vorne teilte und mit welchen sie die Tiere, die zu Nahe kamen, abwenden konnten. Sie warnten uns, in der Gruppe zu bleiben. Vor 40 Jahren seien mal 3 Schweizer vermisst worden, und bis auf Brille und Kamera wurde nichts von ihnen gefunden. Komodo Dragons essen ihre Opfer rübistübis auf; kein einziger Knochen bleibt übrig. Auf unserem Spaziergang haben wir Komodo-Dragons Kot gesehen, dieser war zweifarbig braun-weiss, das weisse sind die Knochen…
Allerdings brauchen sie im Minimum nur einmal im Monat zu Essen, und wenn sie verdauen, liegen sie bloss faul herum. Auf unserem zweistündigen Spaziergang sahen wir 10 Dragons (normalerweise sehe man nur 1-3 Dragons!) und die meisten bewegten sich kaum. Einer lief uns auf dem Weg entgegen und ging nur 1m vor uns vorbei! Aber sonst tat kaum einer mehr als mal den Kopf zu heben. Am Schluss sahen wir auch noch ein Babydragon, er war ca. 70cm lange. Die kleinen leben normalerweise auf Bäumen und ernähren sich von Kleintieren, bis sie zu gross und schwer werden, um herauf zu klettern.

Nach diesem spannenden Rundgang schnorchelten wir am Pink Beach auf Komodo, bei welchem sich Dragons normalerweise nicht aufhalten. Dann fuhren wir das letzte Stück bis zur Endstation Labuanbajo auf der Insel Flores. Wir checkten ins Hotel ein und kehrten nochmal für die Abschiedsparty aufs Boot zurück. Diese wurde ganz unerwartet richtig lustig; die Angestellten führten ihren „most sexy Perama Dance“ vor und danach amüsierten wir uns bei Bintang und guter Musik – sie liessen richtig alte Hits laufen. Wir hatten eine gute Reisegruppe erwischt, die meisten waren sehr offen und so wurde es ein gemütlicher Abend. Wir verabredeten uns sogar mit einem jungen holländischen Pärchen für den kommenden Tag in einer Pizzeria (gemäss einem Reisenden die Beste in Südostasien, und es war wirklich superlecker). Den Japaner (ich konnte mir seinen Namen nicht merken, er war einfach immer der Japaner) nahmen sie auch mit, da er im selben Hotel übernachtete. Ich hatte einige Male auf dem Schiff mit ihm gesprochen. Obwohl er sich typisch japanisch stets zurückhielt (er war nie der erste am Buffet und stand lieber statt sich auf ein zu kleines Plätzen auf der Bank zu quetschen), so war er doch ungewöhnlich: Allein unterwegs in Indonesien (wir haben auch nie japanische Reisegruppen bemerkt), und wenn man ihn ansprach bemühte er sich, die Konversation mit Rückfragen aufrecht zu erhalten. Unerwartet stiess am Abend in der Pizzeria noch die junge Amerikanerin zu uns. Sie war das typische Gegenteil zum Japaner; die erste Stimme, die uns morgens auf dem Schiff weckte, und nie um einen Kommentar verlegen. Diese zwei sind nur ein Beispiel für die bunte Mischung auf dem Schiff, was die Reise doppelt interessant machte.

Labuanbajo selbst bot bis auf einen schönen Ausblick auf Hafen und Hügel nicht viel, und nach zwei Nächten flogen wir bereits zurück nach Bali. In Sanur verbrachten wir die letzten Tage zu dritt. Der Ort war touristisch aber nicht sehr lebendig, der Strand schön und das Meer sehr ruhig. Wir genossen Hotelpool, günstige Massagen und feines indonesisches Essen. Schliesslich verabschiedeten wir uns von Beat. Über 3 Wochen waren wir gemeinsam unterwegs gewesen und hatten eine grossartige Zeit. Nun Flog Beat in die Philippinen und wir fuhren am nächsten Tag zur kleinen Insel Nusa Lembongan bei Bali. Für die letzten Badeferientage hatten wir uns ein tolles Luxusresort gegönnt (das schöne in Asien: mit 100 Franken pro Nacht war das Zimmer immer noch günstiger als die meisten 3*-Hotel in Europa). Wir gingen nochmals Tauchen, einmal in einer Bucht wo Mantas mit bis zu 3m Spannweite über uns kreisten, und einmal an einem wunderschönen Korallenriff mit vielen Fischschwärmen. Mit einem Moped erkundeten wir andere schöne Strände auf der Insel – und verfuhren uns fast auf der Rückfahrt durch die engen Strassen, welche sich über die Hügel erstreckten. Am letzten Tag genossen wir einfach nochmals das Resort. Dann verliessen wir traurig das wundervolle Indonesien und flogen nach Singapur.
Byebye, Reisehalbjahr, wir haben jede Minute genossen.

Wenn Diabetiker reisen

Unsere sechsmonatige Reise neigt sich nun dem Ende zu. Untenstehend schildere ich Reiseerlebnisse, welche mit dem Diabetes zusammenhängen.

Kurz vorab: Seit meinem 19. Lebensjahr bin ich Diabetikerin Typ 1. Auf Grund einer Autoimmunreaktion meines Körpers wurde ein Teil meiner Bauchspeicheldrüse zerstört, so dass mein Körper kein Insulin mehr produziert. Das Insulin ermöglicht, dass der Zucker im Blut abgebaut werden kann. Ich spritze ein Basis-Insulin (zur Abdeckung des Zuckers, welche die Leber laufend abgibt) und ein Bolus-Insulin für den Zucker/die Kohlenhydrate, welche ich esse/trinke. Spritze ich zu viel Insulin, besteht die Gefahr einer Unterzuckerung, was bis zu einer Bewusstlosigkeit führen kann. Spritze ich zu wenig, ist mein Blutzuckerwert zu hoch, was langfristig unter anderem Thrombose auslösen kann.

 

Ich hätte echt ein Foto machen sollen von all dem Material, das ich wegen meines Diabetes mitschleppte. Ich schätze, dass es einen Umfang von ca. 20 Litern hatte. Ca. 400 Nadeln, 200 Lanzetten, 2 Spritzen und 3 Ersatz, ein Zuckermessgerät und 2 Ersatz, 2 Isolierhüllen (für Spritzen und Messgerät), eine Gel-Tasche (zur Kühlung des täglichen Inulins bei sehr heissen Temperaturen), 2 Thermoskannen zum Transport des Insulinvorrats. Nachträglich muss ich sagen, dass es auch viel zu viel war. Die Nadeln reichten bis zum Schluss, und zwei Ersatzgeräte waren schon ein wenig übertrieben. Aber ich musste noch nie irgendetwas für meinen Diabetes im Ausland besorgen, und deshalb war ich ein wenig nervös. Ich hatte mich erkundigt, in welchen Ländern ich mein Insulin und meine Zuckerteststreifen erhalte (Insulin bis auf Myanmar ok, Teststreifen nur in Australien/Neuseeland und Singapur). Teilweise war ich auf die guten Beziehungen meiner Ärztin zu Insulinherstellern angewiesen, um an die Angaben zu gelangen. Ich erstellte mir eine Exceltabelle, mit welcher ich den Verbrauch pro Land ungefähr errechnete und dann eruieren konnte, wo ich was auffüllen musste. Ehrlichgesagt habe ich die Tabelle auf der Reise kaum benutzt, aber ich hatte trotzdem Freude an meiner Excel 😉

Die Thermoskannen erwiesen sich nicht nur zum Transport ideal, sondern dienten auch zum Schutz. In Australien und Neuseeland war dies kein Problem, da wir unseren eigenen Kühlschrank im Auto hatten und einfach dafür sorgen mussten, dass wir stets genug Strom hatten. In Asien hatten unsere Hotelzimmer aber oft keinen Kühlschrank. Meist hatte ich Glück und es gab einen Kühlschrank für Getränke, wo ich auch meine Thermoskannen reinstellen konnte. Teilweise, meist in Myanmar, befand sich im Hotel jedoch kein Kühlschrank. Dann wurden meine Thermosflaschen in private Kühlschränke gestellt, deren Anblick mich erschauderte. Aber meine Flaschen waren schnell geputzt 🙂 Schutz boten sie auch vor extremen Temperaturschwankungen. Das eine oder andere Mal konnte ich mein Insulin grade noch vor dem Gefrierfach retten. Gefrieren hat fatale Folgen, wie wir in Australien gelernt hatten. Vor unserer letzten Nacht im Auto hatte ich kurz Kissen auf unseren Kühlschrank gelegt, und dabei aus Versehen den Schrank von kühlen auf frieren gestellt. Sandro lachte, als er am nächsten Morgen den gefrorenen Rosé in der Hand hielt – ich blickte schockiert auf die Flasche. Ich hatte die Insulinampullen in einem Plastiksack in den Kühlschrank gelegt. Eine Apothekerin informierte mich, dass das Insulin nun Bakterien enthalten könnte. Also musste ich neues besorgen. Glücklicherweise hatte ich am Vorabend(!) die Ampullen in den Spritzen ausgewechselt und deshalb noch genügend Insulin für 2 Wochen. Die Apothekerin in Perth hatte meine Insuline nicht vorrätig und sagte, sie brauche eine Übersetzung meines Rezeptes. Das sei so in Australien, und in Neuseeland sei man noch strenger. Hm, strenger? Dann gibt es Ausnahmen? Wir versuchten unser Glück nochmals in Sydney. Die Apotheke hatten wir online ausgesucht, und weil wir einige Tage blieben, war genug Zeit für die Bestellung. Von einer Übersetzung war nie die Rede. Uuff! Nun hatte ich wieder genügend Insulin für 2.5 Monate. Mehr wollte ich nicht mitnehmen, falls ich wegen eines Zwischenfalles wieder neues besorgen musste.

Am Ende unseres Aufenthaltes in Neuseeland hatte ich geplant, meine Teststreifen aufzustocken, weil diese in Asien (ausgenommen Singapur) nicht verfügbar waren. Da ich die Teststreifen bereits in Wellington in Apotheken entdeckt hatte, machte ich mir keine Sorgen. Falsch gedacht. Ich suchte online eine Apotheke in Christchurch aus. Doch die Stadt war noch so zerstört, dass diese nicht aufzufinden war. Wir mussten ins Spital, die Teststreifen hatten sie nicht vorrätig, für Bestellungen war‘s zu kurzfristig. Sie verwiesen mich jedoch auf die Diabetesklinik in der Nähe. Diese hatte grade noch 100 Teststreifen, immerhin. Gegen Ende der Reise merkte ich, dass ich dank diesen 100 Streifen gar keine neuen mehr besorgen musste! Ich hatte den Verbrauch grosszügig berechnet, effektiv kam ich glücklicherweise mit viel weniger Streifen aus. In der Diabetesklinik kauften wir spontan auch noch Dextro Energen, mit welchen ich ein Zuckertief ausgleichen konnte. Wie sich später rausstellte, war dies ungemein wichtig, da ich in ganz Asien nirgendwo mehr Traubenzucker kaufen konnte! Natürlich ist der Ausgleich auch mit süssen Getränken/Süssigkeiten möglich, aber Traubenzucker ist einfach am handlichsten und gut haltbar. Ausserdem brauchte ich ihn fürs Tauchen, doch dazu später.

Da die Neuseeländer auch unbedingt eine Rezeptübersetzung wollten und ich dort mit hohen Kosten rechnete, plante ich, in Bangkok mein Insulin aufzustocken. Wir fuhren zum nächstgelegenen Spital mit dem Boot. Am Hafen mussten wir zuerst aus dem Markt finden – ein Labyrinth aus engen Gassen. Im Spital angekommen erfuhren wir, dass die Apotheke nur für Bezug von Medikamenten war, welche ein Spitalarzt verordnet hatte. Also wieder erst Arztvisite. Der Raum war so überfüllt mit wartenden Kunden, dass mich diese Vorstellung gar nicht reizte. Eine hilfsbereite Mitarbeiterin verwies mich auf die Apotheke gegenüber. Ohne Problem erhielt ich dort meine Insuline, ein echter Glücksfall! Trotzdem nahm diese Mission fast einen ganzen Tag in Anspruch.

Nun war ich gerüstet für Myanmar! Dort ist nämlich keines meiner Medikamente erhältlich. Hätte ich dort etwas verloren, hätte ich es entweder mit Alternativen versuchen, oder umgehend ausreisen müssen. Ehrlichgesagt bin ich nicht sicher, ob ich dort Insulin überhaupt erhalten hätte.

Als ich zwei Monate später berechnete, wie lange der Vorrat reichte, stellte ich fest, dass noch eine Ampulle für die letzte Woche unserer sechsmonatigen Reise fehlte. Da wir mit Thailand gute Erfahrungen gemacht hatten, versuchten wir unser Glück in Khao Lak. Vor unserer Abreise nach Bali fuhren wir zum International Hospital in Phuket. Es war ein supermodernes, gepflegtes, helles Spital. Ich war erstaunt über die Professionalität, aber auch die Bürokratie. Nach der Anmeldung überprüfte eine Krankenschwester Blutdruck, Gewicht und Grösse, dann musste ich warten, bis ich zur Ärztin konnte. Innert zwei Minuten gab sie das OK für den Bezug zweier Ampullen. Dann musste ich bei der Apotheke warten, wo ich schliesslich das Insulin erhielt. Glücklicherweise waren kaum Patienten da – innert 50 Minuten war alles erledigt.

Wenn ich zurückdenke, haben wir mindestens 4 Tage auf unserer Reise damit verbracht, meinen Medikamenten nachzujagen. Obwohl ich abgeklärt hatte, in welchen Ländern ich die Medis erhielt, war es vor Ort nicht immer einfach, die richtige Apotheke zu finden. Ich bewundere Sandro dafür, wie klaglos er alles ertragen hat und dass er mich immer begleitet hat. Und gerade in Asien war ich dankbar, dass er sich mit mir durch die engen Gassen kämpfte. Sandro erklärte mir, dass er einfach froh sei, dass ich die Reise trotz meines Diabetes mitmachte. Meine Einstellung dazu ist, dass ich mich von dem Diabetes nicht behindern lasse. Ich kann nichts nennen, dass ich wegen meines Diabetes nicht machen könnte. Oft sind bestimmte Konsequenzen mit gewissen Tätigkeiten verbunden, aber diese nehme ich eher in Kauf, als dass ich auf etwas verzichten würde.

Umso mehr haute es mich aus den Socken, als der Tauchkursorganisator mich entsetzt anschaute, als ich nebenbei erwähnte, ich hätte Diabetes. Ich erinnere mich jetzt noch ungefähr an seine Worte: „Wie lange hast du’s schon? 10 Jahre? Dann hast du’s im Griff? Ok. Ich sag dir, bei den anderen Tauchschulen wärst du sofort abgeblitzt. Die nehmen niemanden mit Diabetes.“ Zuerst war ich empört und fühlte mich diskriminiert. Als meine Ärztin mir mailte, dass sich der Zuckerverbrauch unter Wasser anders verhält, verstand ich das Ganze schon eher. Da ich auf die Schnelle kein ärztliches Attest besorgen konnte, durfte ich einfach in den Unterlagen nicht angeben, dass ich Diabetes hatte. Es ist überhaupt nicht typisch für mich, falsche/unvollständige Angaben zu machen. Umso mehr zeigt dies auf, wie sehr ich Tauchen lernen wollte. Ich recherchierte online über den erforderlichen Zuckerwert vor dem Tauchgang, und beobachtete meine Zuckerwerte während des Übungsnachmittags im Swimmingpool genau. Ausserdem bereitete ich einen kleinen, wasserdichten Plastikbeutel mit Traubenzucker vor, welchen ich auf die Tauchgänge mitnehmen konnte. Hier ein Danke an Beat. Er ist ein guter Freund, ebenfalls auf Weltreise und bereiste mit uns Indonesien. Von Neuseeland brachte er extra superteuren Traubenzucker mit nach Bali (10$ für 15 Traubenzuckerstücke!!).

Trotz allen Vorbereitungen war ich am Vorabend der Tauchgänge im Meer unsicher. War es einfach nur verantwortungslos und leichtsinnig, dies durchzuziehen? Sandro meinte, er verstehe, wenn ich abbreche, unterstütze mich aber auch, wenn ich es durchziehe. Ich brauchte noch eine Zweitmeinung. Meine Mutter ist gelernte Arztgehilfin und durch ihre Beobachtung wurde mein Diabetes sehr früh diagnostiziert. Dank einem Telefongespräch mit ihr zog ich den Tauchkurs auch durch, ohne weitere Zweifel. Ich bewundere sie dafür, wie sie uns (mich und meine Schwestern) ermutigt, etwas zu wagen, sich in gewissen Situationen nicht streng an alle Vorgaben zu halten und selbst die Verantwortung zu übernehmen (und ich bin eine Person, die sich grundsätzlich gerne an Vorgaben hält), uns aber gleichzeitig auch daran erinnert, die Grenzen zu beachten, zu respektieren und Konsequenzen zu ziehen.

Manchmal war es ziemlich stressig, meinen Zuckerwert rechtzeitig vor dem Tauchgang auf den richtigen Wert zu bringen. Er musste etwas höher sein als sonst, da der Körper während des Tauchgangs viele Kalorien verbrennt und der Zucker währenddessen sinkt. Einmal habe ich während über einer Stunde Orangensaft getrunken und Gummibärli gegessen. Ich ass und mass und ass und mass. Schlussendlich hatte ich es geschafft, den Zucker auf den erwünschten Wert zu heben. Wahrscheinlich wirkte das Insulin in Südthailand schneller, weil es wärmer war. Daher war wohl meine Insulindosis fürs Frühstück zu hoch gewesen.

Ich bin aber jetzt noch vor jedem Tauchgang nervös, ob ich den Zucker auf das richtige Niveau bringe. Und meist muss ich das Ganze etwas versteckt machen, da ich meinen Diabetes momentan nicht angebe. Zu Hause werde ich dann ein Attest machen, aber bis dahin bin ich unter den Tauchern Nicht-Diabetikerin. Einen Tauchgang konnte ich auch wirklich nicht durchführen, da  der Wert zu hoch war. Es fiel mir unglaublich schwer, auf den Tauchgang zu verzichten. Wir waren bereits mit dem Boot am Tauchort und ich hatte bis zum Schluss gehofft, den Wert rechtzeitig runterzubringen. Ich erinnerte mich an das Telefongespräch mit meiner Mutter, schluckte meine Enttäuschung runter und ging schnorcheln, bis die anderen den Tauchgang beendet hatten. Glücklicherweise waren wir nahe an einem schönen Riff, welches sich nur 3m unter Wasser befand. Ehrlichgesagt war ich auch stolz, dass ich konsequent geblieben war, obwohl es mir unglaublich schwer fiel. Ich kann mich an kein anderes Mal erinnern, wo mich mein Diabetes von etwas abgehalten hat, das ich wirklich wollte.

Wenn ich an unsere Reise zurückdenke, bin ich dankbar, dass alles so gut verlaufen ist. Ich kreuze meine Finger dafür, dass dies auch die letzten Tage noch so bleibt. Interessanterweise wurde ich auch nie irgendwo angesprochen, wenn ich den Blutzuckerwert mass oder spritzte. Ich denke, dass ich dies auch nicht sehr auffällig mache, und natürlich achtete ich an Orten fernab vom Tourismus auch etwas mehr darauf. Bis auf den einen Tauchgang musste ich auch nie auf etwas verzichten und mit meinen Zuckerwerten auf der Reise bin ich grösstenteils zufrieden. Ein Zuckerwert wird von sehr vielen Komponenten beeinflusst: Essensgewohnheiten (Regelmässigkeit/Menge/Zusammensetzung wie Fett- und Zuckergehalt und anderem), kleinere Aktivitäten (auch längere Spaziergänge), Sport (Intensität/Regelmässigkeit/Dauer), Temperatur (bei heissen Temperaturen wirkt das Insulin schneller als bei kälteren), Körpergewicht (wenn ich zunehme benötige ich mehr, wenn ich abnehme weniger Insulin). Auf unserer Reise veränderten sich unsere Essgewohnheiten und Aktivitäten ständig, auch weil wir meistens lokales Essen bestellten und sehr aktive sowie sehr relaxte Tage verbrachten. Unter diesen laufenden Veränderungen war es schon eine grössere Herausforderung, immer alle Einflüsse zu berücksichtigen – auch mit einer Diabeteserfahrung von 11 Jahren.  In Neuseeland und Indonesien musste ich mich etwas mehr anstrengen, um mein Zuckergleichgewicht wieder zu finden. Denn in Neuseeland konsumierte ich mehr Wein und Schokolade (ich liiiebe Schokolade), in Indonesien experimentierte ich etwas mehr mit dem Zucker wegen dem Tauchen. Für mich war es entscheidend, dass ich stärkere Schwankungen realisierte und wieder ein Gleichgewicht erreichte. Aus dieser Sicht betrachtet bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung.

Ich danke auch Sandro, dass er immer mitgedacht hat und Verständnis hatte, wenn ich dringend Zucker oder Medikamente brauchte. Wenn wir ein Hotel verliessen, so lautete unsere letzte Kontrolle: Haben wir Insulin und Wertsachen? So ist mein Insulinvorrat bisher in keinem Kühlschrank liegengeblieben.

Ob auch meine Ärztin mit mir zufrieden ist, wird sich noch rausstellen 😉

Thailand Nr. 3

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Eigentlich waren wir zum dritten Mal in Thailand. Das erste Mal blieben wir 5 Tage in Bangkok, um unsere Reise nach Myanmar zu organisieren und einfach „ein wenig zu sein“, da wir in Australien und Neuseeland stets zügig unterwegs gewesen waren. Nach Myanmar flogen wir zurück nach Bangkok, wo wir einmal übernachteten, bevor wir den Bus nach Siemreap, Kambodscha, nahmen. Jetzt hatten wir Bangkok übersprungen und waren direkt nach Phuket geflogen. Von dort dauerte die Taxifahrt nach Khao Lak nur 1 Stunde. Khao Lak ist ein bekannter Ferienort an der Ostküste.

Unsere erste Mission in Khao Lak war ein Überraschungsbesuch bei Sandros Mutter. Sie war für 4 Wochen in Khao Lak und ahnte nichts von unserem Besuch. Umso lustiger war es, als wir sie mit Schwester, Schwager und Freunden abends um halb10 auf ihrem zimmereigenen Parterre-balkon überraschten. Sie waren gerade in ein Kartenspiel vertieft, als wir sie begrüssten, und konnten es erst gar nicht fassen, als wir plötzlich dastanden. Und wir freuten uns darüber, dass die Überraschung so gut gelang.

In den nächsten Tagen waren wir mit unserem Tauchkurs beschäftigt, welchen wir bereits vorher gebucht hatten. Ich konnte froh sein, dass ich ihn überhaupt absolvieren durfte, da Diabetiker eigentlich ein Attest vorweisen mussten. Aber durch den ersten Nachmittag im Pool und Online-Recherche konnte ich genügend Wissen sammeln, um die Tauchgänge im Meer ohne Probleme zu meistern. Sandro bereitete der Druckausgleich viel Mühe, aber auch er hat das PADI jetzt in der Tasche. Wir hoffen, dass wir dieses Zertifikat in Indonesien noch einige Male einsetzten können. Da sich bei Sandro die Druckausgleichsprobleme nicht ganz gelöst hatten, brauchten wir eine „Tauchpause“. Wir mieteten ein Moped und fuhren in den 80km nördlich gelegenen Nationalpark Khao Sok, welcher auch einen Stausee einschliesst. Die erste Nacht schliefen wir in einem „Floating Rafthouse“, also einem schwimmenden Bungalow. Die Umgebung war traumhaft – grüne Berge, steile Felsen, Ruhe und Einsamkeit. Die Bungalows waren sehr einfach eingerichtet, aber für eine Nacht tiptop. Am Abend gabs einfach das Menu – überbackener Fisch, Fisch-Ingwer-Suppe und Gemüse. Die Fische hatten wir zuvor noch im klaren Seewasser beobachten können. Sie wurden so frisch serviert, dass sogar Sandro und ich das Abendessen genossen.

Am nächsten Morgen unternahmen wir eine kleine Kanufahrt um das Resort und badeten im sauberen See. Der Ort war so unglaublich entspannend. Anschliessend fuhren wir zurück zum eigentlichen Ort Khao Sok. Die Wanderwege im Dschungel waren gut angegeben und wir freuten uns auf die Bewegung. Im Dschungel konnten wir Affen in den Bäumen beobachten, hörten die Bambusbäume im Wind knacken und die Vögel zwitschern. Wir genossen es, mal ohne Führer unterwegs zu sein – auch wenn wir uns auf dem Rückweg einige Male kurz verliefen, da der Weg zurück viel weniger gut ausgeschildert war. Nach einem erfrischenden Bad im Fluss traten wir unseren Rückweg nach Khao Lak an. Und am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns auch von Thailand.

Laos

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Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt, nach Laos zu reisen. Dies einerseits, weil wir ursprünglich von Myanmar über Laos nach Kambodscha einreisen wollten, andererseits, weil wir von der Freundlichkeit der Laoten gehört hatten. So traten wir von Kambodscha aus über die südliche Grenze nach Laos. Der erste Bus fuhr uns zur kambodschanischen Grenze, auf der anderen Seite in Laos warteten wir dann auf den Bus, der uns weiter nach Nakasang brachte. Von dort fuhr uns ein kleines Motorboot zur Insel Don Det – eine der sogenannten 4000 Inseln von Si Phan Don. Die Inseln liegen im Mekong, und wenn man jeden kleinen Grasbüschel, der aus dem Wasser hervorragt, zählen würde, so käme man vielleicht wirklich auf die Zahl 4000. Das Boot hielt im Norden der Insel, wo Strand, viele Restaurants und Pensionen angesiedelt waren. Eine Unterkunft voraus zu buchen war uns weder per Telefon noch per Internet gelungen, deshalb machten wir uns – wie richtige Backpacker, nur ohne „Elefantenhosen“ – auf den Weg nach einer Pension. Die „Elefantenhosen“ sind weite, leichte Hosen mit Elefanten und anderen Mustern drauf. Thailand, Kambodscha, Laos – überall kann man sie kaufen. Deshalb sind sie wohl die meist verbreiteten Hosen unter den Reisenden in dieser Region. Mit Martin und Jessie (aus Belgien, hatten wir in Siemreap getroffen) haben wir mal darüber gesprochen, dass das ursprüngliche Backpacker-Reisen nicht mehr praktiziert wird: einfach mit dem Rucksack los, an einen Ort, und sich dort dann selbst zurechtfinden und irgendeine Unterkunft suchen. Und dass einen „Elefantenhosen“ noch nicht zu einem richtigen Backpacker machen. Wir zählen uns übrigens auch nicht zu den ursprünglichen Backpackern. Wir haben ja meist sogar Unterkunft im Voraus gebucht. Ausser eben in Don Det. In der Nachmittagshitze trugen wir unseren viel zu schweren Rucksack 2 km von Pension zu Pension, bis ich mir schliesslich ein Fahrrad nahm, Sandro wartete beim Gepäck. Ganz im Süden der Insel wurde ich schliesslich fündig (nach weiteren 1.5km). Der Bungalow war einfach und klein, aber sauber und günstig. Und auf der kleinen Terrasse hatten wir Hängematten, von denen aus wir auf den Mekong sahen. Das kleine Restaurant River Garden lag gleich am Fluss, und auf der anderen Seite spiegelten sich die Lichter der Restaurants von Don Kong – der benachbarten Insel, welche mit einer Brücke mit Don Det verbunden war. Es war einfach traumhaft – die Mühe hatte sich wirklich gelohnt! Am nächsten Tag unternahmen wir eine kleine Velotour nach Don Kong, zu Wasserfällen, Strand und fuhren auch ganz in den Süden der  Insel, wo man einen schönen Blick über viele Inselchen im Mekong hatte. Am darauffolgenden Tag wollten wir eigentlich Kayaken, aber da nur Ganztagestouren angeboten wurden und dies uns zu viel Programm war, gingen wir tuben. Tubing ist sehr bekannt in Laos. Man sitzt in einem grossen, runden Schlauch und fährt darauf den Mekong herunter. Es war wirklich ganz schön, aber 2h auch ganz schön lange, denn wir fuhren sehr langsam. In der nähe der Insel wedelten wir uns in Richtung Strand – doch leider zu wenig schnell. Der Bootsfahrer hatte uns darauf hingewiesen, dass es starke Strömungen hat und wir uns am Schluss nahe an den Strand halten sollen. Ich war der Meinung, dass wir nahe genug waren, doch es täuschte. Wir kamen mitten in eine Strömung und schwammen dagegen an, ohne vorwärts zu kommen. Vom Strand aus sahen uns die Touristen zu – toll. Schliesslich kam ein langes Boot, welches sich quer in die Strömung stellte und so schwammen wir in wenigen Sekunden zum Strand. Waren es 5 oder 10 Minuten, während denen wir da draussen wie wilde geschwommen waren? Ich weiss es nicht mehr. Aber danach hatte ich echt einen kleinen Schock – die Natur hatte mir meine Machtlosigkeit so richtig vor Augen geführt. Nun, es war mir eine Lehre und ich bin erstaunt darüber, dass da nicht mehr passiert.

In einem einheimischen Bus, überfüllt und ohne Klimaanlage, fuhren wir – glücklicherweise nur ca.3h – nach Pakse. Wir hatten dort von dem Treehouse-Angebot gelesen, bei welchem man in den Dschungel wandert, dann über Zipline von Baum zu Baum schwebt, und in Baumhäusern übernachtet. Für das Ziplining waren bis zu 450m lange Drähte im/über den Dschungel gespannt, an welche man sich mit dafür vorgesehener Ausrüstung befestigte und dann über den Dschungel „fliegen“ konnte. Ich war zu Beginn ganz schön nervös, aber bereits nach der ersten Überfahrt verlor ich diese Nervosität. Wir und die Führer waren sehr gut ausgerüstet und immer gut gesichert. Das Material stammte aus Frankreich, das Fachwissen stammte von Thais, welche ähnliche Pärke bereits erbaut hatten und die Führer waren lokale Anwohner, welche gut geschult waren. Es war teuer, aber das Geld voll und ganz wert und wir unterstützen damit Einheimische, welche auf diese Einnahmen angewiesen sind.

Am Abend gab es im dortigen Restaurant zu essen und anschliessend fuhren wir mit der Zipline direkt in unsere eigene Baumhütte, welche gut 10m über Boden erbaut war. Es war ein ganz anderes Dschungelerlebnis, und wenn wir auch während den Schwebefahrten kein Kribbeln im Bauch spürten, so war es doch unglaublich schön, im und über dem Dschungel durch die Luft zu fliegen, Wasserfälle und die üppigen grünen Hügel zu bewundern. Wir überquerten auch verschiedene Hängebrücken – immer gut gesichert.

Nach einigen weiteren Fahrten am nächsten Morgen traten wir den Rückweg an. Wir mussten ziemlich hochklettern, und wir freuten uns über die körperliche Anstrengung. Die letzte Herausforderung bot eine Kletterwand. In die Felsen waren eiserne Griffe angebracht, an denen man sich gut festhalten konnte. Wir kletterten nur ca. 40m höher, aber teilweise auch dem Felsen entlang und daher im ganzen ca. 70m. Die Wände waren steil, wir waren gut gesichert aber brauchten viel Kraft um uns festzuhalten. Aber es machte unglaublich Spass! Ich war bereits mal in Hallen geklettert, Sandro hatte jedoch an diesem Hang die Freude am Klettern entdeckt. Die sogenannte „Via Ferrata“ war einfach der Hammer.

Mit einem weiteren lokalen Bus fuhren wir nördlich nach The Kaek – angesagt 6h, effektiv 10h, Differenz 4h! Wie schnell man mit lokalen Bussen vorwärts kommt, ist stark vom Busfahrer abhängig und davon, an wie vielen Orten wir für Neuzusteiger anhalten müssen. Der Busfahrer bestimmt, wann, wo und wie lange Pausen gemacht werden, wie oft auf der Strasse angehalten wird, weil irgendjemand im Bus pinkeln muss. Naja, wir überlebten auch das und arrangierten noch am selben Abend die Weiterfahrt am nächsten Tag nach Vientiane (Hauptstadt von Laos) mit Zwischenhalt bei den King Lo Caves. Mit einem Longboat (lange Kanus mit Motorantrieb) fuhren wir durch die 7.5 km lange Höhle. Wunderschöne Tropfsteinformationen waren in unterschiedlichen Farben beleuchtet, grösstenteils war es jedoch dunkel und wir beleuchteten die Höhle mit unseren Stirnlampen. Der Abstecher hatte sich aber nicht nur wegen der eindrücklichen Höhle gelohnt. Bereits die Fahrt führte an spektakulären Felsen vorbei in die Berge. Das Dorf King Lo lag auf einer Flachen Ebene, umgeben von hohen Felsen, welche mit dichtem Grün bedeckt waren. Wir hätten gerne dort übernachtet, aber die Weiterfahrt nach Vientiane war bereits organisiert und wir hofften, dort den Nachtbus nach Luang Prabang noch zu erwischen. Es reichte knapp nicht, und so gönnten wir uns einen Tag Ruhe in Vientiane. Zu sehen gab es dort nicht viel. Am Abend fuhr unser VIP-Bus pünktlich ab, abgesehen davon wurde es die schlimmste Busfahrt unserer ganzen Reise. Die Sitze standen eng, die Klimaanlage war viel zu kühl eingestellt, Decken und Kissen erhielten wir keine. Die Strasse war holprig, und je mehr wir uns Luang Prabang näherten, um so kurviger wurde die Strasse. Hinter und vor uns gab es dauernd jemanden, der erbrach. Zum Glück rochen wir nichts, doch bereits das Geräusch war unangenehm. Wir schliefen kaum in dieser Nacht. Diesem Bus sollte das „VIP“ eindeutig gestrichen werden.

In Luang Prabang fanden wir zum Glück eine Unterkunft, bei welcher wir sofort unser Zimmer beziehen und uns etwas hinlegen konnten. Als nächstes buchten wir den Flug zurück nach Luang Prabang – eine weitere laotische Busfahrt kam nicht in Frage.

Luang Prabang ist wunderschön zwischen Hügeln am Mekong gelegen und bekannt für die vielen Tempel. Ausserdem gibt es dort die besten französischen Bäckereien – Croissants, knusprige Baguettes und Salate mit sensationellem Dressing, wir waren überwältigt. Zum X-ten Mal sahen wir die Angebote fürs Elefantenreiten. Eigentlich würden wir dies gerne ausprobieren, aber wir befürchten, dass die Tiere nicht gut behandelt werden. Als wir uns vor Ort bei den vielen verschiedenen Anbietern erkundigen, haben wir den Eindruck, dass ohnehin alle vom selben Elefantencamp sprechen und die Tierpflege dort gut ist. Also suchen wir das beste Angebot raus und vergewissern uns online über den guten Ruf des Organisators.

Wir bereuen unsere Entscheidung schon bei der Ankunft im Camp. Anscheinend gibt es verschiedene Camps um Luang Prabang, und das unsrige schien ziemlich übel zu sein. Wir wussten nicht, ob er die Elefanten anschreit, um ihnen Angst zu machen oder weil sie nicht gut hören. Immerhin schienen die Tiere das anschliessende Bad im Fluss zu geniessen. Wir sassen dabei ohne Sattel auf unserem Elefanten, und klammerten uns mit den Beinen fest um nicht zu herunterzufallen, als er den steilen Pfad herunterlief und sich im Fluss hinkniete. Dieses Erlebnis war wirklich einmalig.

Mit einem Moped fuhren am nächsten Tag wir zu einem nahegelegenen Wasserfall mit traumhaften türkisfarbenen Teichen. Touristisch etwas überfüllt und das Wasser ziemlich kalt, aber dennoch mit einem paradiesischen Ambiente. An Luang Prabang selbst gefiel mir der Ausblick vom stadteigenen Hügel am Besten. Von da aus konnte man die Schönheit der Stadt und ihrer Umgebung so richtig geniessen.

Als wir mit dem Flugzeug wieder in Vientiane, der Hauptstadt Laos und Grenzstadt zu Thailand, ankamen, fuhren wir über Land nach Thailand, Udon Thani. Am nächsten Tag flogen wir nach Phuket, von wo wir ein Taxi nach Khao Lak nahmen. Diese Reise war vielleicht etwas umständlich, aber die Inlandflüge waren eben viel günstiger.

Unsere Erfahrungen in Laos unterscheiden sich von vielem, was wir bisher über das Land gehört hatten. Laos bietet so viele unterschiedliche Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten. Klar wurden wir mal auf der Strasse angesprochen mit „Taxi? Taxi? Weed? Marihuana? Marihuana?“, aber es war kein Problem für uns, dem „Drogen-Laos“ aus dem Weg zu gehen.

Über die Geschichte Laos haben wir wenig gehört und gelesen, da sie keine extreme Horror-Vergangenheit wie Kambodscha oder Vietnam haben. Aber auch die Laoten lebten lange im Krieg, einem Kampf zwischen Kommunisten und Kapitalisten. Im Gegensatz zu Kambodscha scheinen die Laoten jedoch zufrieden mit der jetzigen Regierung. Unser Führer in Pakse meinte, dass die Regierung gegen die vorherrschende Korruption im Land kaum etwas unternehmen kann. Aus seiner Sicht leistet die jetzige Regierung gute Arbeit. Wahrscheinlich ist nicht jeder Laote dieser Meinung, aber es war das erste Mal in Südostasien, dass sich jemand positiv über die Politik im Lande äusserte. Aus meiner Sicht war allein das schon ein gutes Zeichen.

Viele Probleme scheinen ähnlich zu sein wie in anderen südostasiatischen Ländern; die ärmeren Kinder können nicht zur Schule, weil die Eltern Bücher und Hefte nicht vermögen, der Strom funktioniert nicht immer einwandfrei, die Lebensqualität auf dem Land ist stark an den Ernteerfolg geknüpft. Jedoch schien die Armut nicht ganz so schlimm wie in Kambodscha. Die Menschen schienen im Grossen und Ganzen zufrieden zu sein. Die Freundlichkeit, von welcher viele geschwärmt hatten, hatten wir nicht ganz so extrem erlebt. Unsere Begegnungen in Kambodscha und Myanmar waren netter gewesen. Aber wahrscheinlich hängt diese Ansicht einfach davon ab, auf welche Menschen man trifft. Auf jeden Fall hat uns Laos super gefallen – einfach die Busfahrten sind mit Vorsicht zu planen 😉

Kambodscha – unsere Reise

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Unser erster Halt in Kambodscha war Siem Reap, die Stadt ausserhalb der archeologischen Zone Angkor. Es ist wohl die bekannteste und beliebteste Sehenswürdigkeit des Landes. Über eine Fläche von mehreren Hundert km2 verteilt stehen grosse und kleinere Tempel aus dem 11. – 12. Jahrhundert. Während in Bagan eher das Gesamtbild begeisterte, die grüne Landschaft mit den vielen Pagodenspitzen, waren es in Angkor die Tempel und deren Einzelheiten, welche uns in den Bann zogen. Besonders spannend fanden wir den Tempel Bayon mit den vielen Gesichtern des Köngis, den Ta Phrom, über dessen Mauern Bäume ihre Wurzeln streckten und natürlich Angkor Wat, der grösste, mit vielen Kuppeln geschmückte Tempel. Das Reich der Khmer bezog in dieser Zeit sogar Teile Thailands, Laos und Vietnams mit ein. Viele kulturelle Elemente wie Tanz und Musik hatten dort ihren Ursprung, und wurden dann auch von den Thais übernommen. Wir kamen auch endlich wieder mal zum Fahrradfahren, die Strassen waren sehr flach und glücklicherweise oft mit Bäumen gesäumt, welche uns Schatten boten.

Von Siem Reap fuhren wir mit dem Boot nach Battambang – Abfahrt um 9 Uhr statt 7.30 Uhr, Dauer 9h statt angegebenen 6 (welcome to Cambodia ;-). Am nächsten Tag fuhren wir 20min mit dem Bamboo Train in ein abgelegenes Dorf. Wir sassen auf einem Bambusbrett von ca. 2m auf 1.5m, und bei Kreuzungen musste unser Fahrer Brett und Räder von der Schiene nehmen, damit das Gegenüber weiterfahren konnte. Eine lustige Reise J

Für die Fahrt nach Sihanoukville im Süden, von wo aus unser Boot auf die Insel Ko Rong Samloem fuhr, leisteten wir uns einen Hotelbus. Leider waren die Betten nur 1.6m lang und ca. 60 cm breit, aber man konnte sich immerhin hinlegen. Wiederum leider nur bis 5.30 Uhr morgens – dann hiess es: Wir sind in Phnom Penh, euer Bus nach Sihanoukville fährt um 7 Uhr weiter. Okaay…davon wussten wir nichts, aber ändern konnten wir es auch nicht. Kurz nach 08:00 Uhr sassen wir dann endlich in dem anderen Bus. Er war alt und heruntergekommen, auf der Strecke musste einer noch diverse Male etwas reparieren. Um 14 Uhr kamen wir in Sihanoukville an, 3h später als vorgesehen. Zum Glück erwischten wir noch unser Boot. Auf Koh Rong Samloem wartete das Paradies auf uns – weisser Sandstrand, Türkis Meer, üppige Baumlandschaft auf der Insel, und sehr gutes Essen. Wir übernachteten in einem Zelt, welches auf Holzplatten und unter einem Strohdach stand. Matratze, eine kleine Veranda ein eigenes WC- und Duschhäuschen und unmittelbar am Sandstrand – wir hatten alles, was wir brauchten. Und dort verbrachte ich meinen Geburtstag, zum allerersten Mal nicht in der Kälte. Ich baute trotzdem einen Schneemann 😉 (siehe Bilder).

Nach den erholsamen Tagen nahmen wir ein shared (mit mehreren Personen) Taxi nach Kampot. Das hatten wir schon in Myanmar gemacht, dann waren jeweils maximal zu fünft inkl. Fahrer, wie in einem normalen Auto halt. J Same Same, but different in Kambodscha: in einem normalen Auto werden da 2 Personen auf den Beifahrersitz und mindestens 4 hinten hinein gequetscht. Es kann auch vorkommen, dass noch eine weitere Person zwischen den Fahrer und dessen Türe gedrückt wird. Zum Glück dauerte die Fahrt nur 1.5h…Kampot gefiel uns auf Anhieb. Das französische Ambiente ist der ehemaligen Kolonialstadt erhalten geblieben, mit einer traumhaften Lage am Fluss. Restaurants und Gästehäuser lagen nah beieinander, und insgesamt vermittelte die Stadt einen sehr gemütlichen, entspannten Eindruck.

Dagegen ging es in Phnom Penh viel unruhiger zu und her. Die Stadt ist auch an einem Fluss gelegen, aber die Restaurantpromenade war nicht so gemütlich wie in Kampot. Dafür fanden wir in der  verkehrsarmen Backpacker-Strasse gute, günstige Restaurants, und wir hatten wieder einmal die Möglichkeit, bei Livemusik noch einen Drink zu geniessen. Einen Tag lang setzten wir uns dort auch mit der schrecklichen Vergangenheit Kambodschas – die Herrschaft der Khmer Rouge von 1975-79 – auseinander. Bei dem bekanntesten Massengrab ausserhalb der Stadt – genannt Killing Fields – erhielten wir einen Audio-Guide, mit welchem wir auf informative Weise ein Gesamtbild dieser Tragödie erhielten. Es ging unter die Haut, wenn man die vielen Gruben sah und die unzähligen Schädel, welche im dortigen Denkmal aufbewahrt wurden. Man hatte nicht alle ausgegraben – es waren einfach zu viele. Wenn es regnete, wurden immer wieder Knochen und Kleider an die Oberfläche geschwemmt. Und als wir den trockenen Wegen entlang liefen, lagen manchmal rechts und links kleine Stofffetzen. Wenn ich mich mit einem solchen Thema auseinander setze, versuche ich immer, auch Abstand dazu zu halten. Aber genau diese Kleinigkeit – die Stofffetzen am Boden, welche nicht präpariert in einem Museum ausgesellt wurden, sondern wahrscheinlich erst kürzlich aus dem Boden hervor gekommen waren – war es, was mich erschütterte.

Am Nachmittag besuchten wir das Museum Toul Sleng, eine ehemalige Schule, welche in der Zeit der Khmer Rouge zu einem Gefängnis und Folterkammer umfunktioniert wurde. Man konnte die Räume besichtigen, zudem waren Gegenstände und Fotos ausgestellt. Der Ort füllte mich mit Grauen und ich fragte mich, weshalb ich das eigentlich anschaue. Klar, einerseits möchte man die Geschichte des Landes kennenlernen um die Leute zu verstehen. Andererseits war es so unglaublich blutrünstig, dass ich es an diesem Ort kaum aushielt und tunlichst vermied, Wände, Geländer – irgendetwas – zu berühren. Ich habe noch heute keine Antwort auf diese Frage und lasse sie deshalb so stehen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Banlung, im Nordosten Kambodschas. Die Verkäuferin sagte es würde 9 Stunden dauern, aber wir waren natürlich länger unterwegs. Die Strasse, wenn man das so nennen kann, war teilweise sehr schlecht, immer wieder stieg jemand aus oder ein, dort noch eine Pause, da musste noch jemand pinkeln… und so waren wir von morgens um 7 Uhr bis abends um 6 Uhr unterwegs. Für mich ist das nicht so schlimm, so lange mein Buch spannend ist. Sandro war einfach nur froh, endlich da zu sein. Am nächsten Tag unternahmen wir eine zweitätige Trekkingtour durch den Jungle. Da wachst vor allem viel Bambus und Bäume, deren Baumstämme sich kringeln. Unser Führer erzählte uns, welche Pflanze gegen Magenprobleme wirksam ist, welche für Wunden verwendet werden kann und aus welcher man Wasser gewinnen kann. Letzteres konnten wir probieren, es schmeckte frisch und ein wenig nach Pflanze. Am Abend kochte er unser Essen in Bambusrohren, die er frisch zugeschnitten hatte und über das Feuer hielt, und schenkte uns Reiswein aus. Seine Philosophie dazu: „If you dring(drink), you dring for drang(drunk). If you not dring for drang then dring for what?“ Im Kambodscha gibt’s nur alles oder nichts, wenns ums Trinken geht.

In der Nacht schliefen wir in Hängematten, welche oben mit einem Moskitonetz verschlossen waren. Wir waren erstaunt, wie gut wir schliefen. Zurück fuhren wir wieder mit einem kleinen Boot und auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Am Abend gönnten wir uns ein feines Essen im Restaurant – schliesslich war es Sandro’s Geburtstag.

Banlung selbst bot nicht viel, deshalb reisten wir am nächsten Tag bereits weiter nach Laos.

Kultur in Kambodscha – Same same but different

„Same same but different“ ist wohl einer der meist genutzten Phrasen in Südostasien. Er kann sich auf einfach alles beziehen. Wir verwenden ihn hier, um den Unterschied zwischen Myanmar und Kambodscha zu umschreiben. Als wir mit dem Bus in Siem Reap ankamen, wurde uns schnell klar, dass Kambodscha bezüglich Hygiene gegenüber Myanmar einen grossen Schritt weiter ist. Unser Zimmer kostete 1/3 von dem, was wir in Myanmar bezahlt hatten, war aber in besserem Zustand. Dafür war das Essen etwas teurer. Aber auch besser. Amok (Gemüse und Fleisch in Kokosnusssosse) und Loklak (Rindfleisch mit einer Bratensosse und einer Zitronen-Pfeffersosse) zählten definitiv zu unseren Leibgerichten. Morgens gab es wunderbares Baguette – die Franzosen hatten ihre Spuren hinterlassen. Diese Baguettes schätzten wir sehr, dies obwohl wir beide dunkles Brot bevorzugen. Da es aber weder in Australien noch in Neuseeland gutes Brot gibt, (ist halt einfach immer Toast) waren wir auch vom Weissbrot hell begeistert.

Bezüglich der Geschichte Kambodschas erinnere ich mich vor allem an 3 Punkte. Im 11.Jahrhundert erstreckte sich das Königreich über Laos, Vietnam und Teile Thailands. Es war reich an Kultur (Musik und Tanz) und in diesem Bereich auch prägend für alle umliegenden Länder, vor allem Thailand übernahm vieles von den damaligen Tänzen und der Musik. Um 1900 war es eine französische Kolonie. Um 1975 versuchte der damalige Präsident Pol Pot das Land gewaltsam in einen kommunistischen Staat zu verwandeln und brachte 3 Mio Kambodschaner um (mehr als ¼ der damaligen Bevölkerung). Betroffen waren vor allem Gebildete, Mönche, aber auch eine Brille zu tragen konnte bereits ein Verhaftungsgrund sein. Die ländlichen Dörfer wurden weitgehend verschont, da sie kaum gebildet waren. Aber auch sie wurden zu harter Arbeit gezwungen. Vietnam befreite 1979 Kambodscha von den Khmer Rouge. Angeklagt wurde niemand, im Gegenteil, die Führungspersonen vertraten sogar noch das Land in der UNO für mehrere Jahrzehnte. Erst im 21. Jahrhundert wurde der Prozess gegen die damaligen Anführer gestartet!

Eines der grössten Probleme bei der aktuellen Regierung ist die Korruption. Sie zählt bestimmt zu den Hauptgründen für die grossen Unterschiede zwischen Arm und Reich. Unter den Roten Khmer wurde jeglicher Privatbesitz verstaatlicht. Nach deren Herrschaft bestanden keine Papiere bezüglich ursprünglicher Besitztümer. Das Land wurde willkürlich von der Regierung verteilt – vor allem an jene welche ohnehin bereits Macht und Geld besassen.

Wir haben auch selbst Korruption erlebt. Als wir in Thailand über die Grenze gingen, verlangten die Beamten beim Ausstellen der Visa zusätzliche 100 Baht (3CHF). Wir antworteten, dass wir das nicht zahlen müssen. Der Beamte schickte uns weg, wir mussten nochmals anstehen und erhielten dann problemlos unsere Visa. Bei der Ausreise dasselbe – er verlangte 2$ für den Ausreisesstempel. Wir sagten erneut, dass wir das nicht bezahlen müssen. Mit der Folge, dass er uns zwar das Ausreiseformular abnahm aber unseren Pass nicht stempelte. Wir merkten es nicht (da er offensichtlich ins Leere stempelte um uns glaubhaft zu machen, dass alles ok sei) und so mussten wir nochmals zurück. Diesmal verlangte er verlangte er kein Geld mehr. Wir haben die Grenze zu acht in einem Minibus überquert, 2 davon  hatten die 2 USD bezahlt und erhielten den Ausreisestemmpel auf Anhieb im Pass. Den anderen 6 gings nicht besser als uns…. Um in Laos dann den Einreisestempel zu erhalten, genau das gleiche Spiel. Der Typ verlangte 2 USD zusätzlich zu den bis zu USD 42 Visumgebühren. Da vor uns bereits 4 Personen versucht haben, die USD 2 nicht zu bezahlen und schon so lange diskutiert hatten, bis der Typ den Schalter geschlossen hatte, haben wir die 4 USD ohne weitere Diskussion bezahlt.
Wir sprachen mit unserem Jungle-Führer über die Regierung. Er meinte, die Regierung sei nicht gut weil sie korrupt sei und er würde dieses Jahr bei den Wahlen den anderen zur Verfügung stehenden Kandidaten wählen. Ob er besser ist, weiss er nicht, er hofft es einfach.

Die Bevölkerung erschien uns Grossteils sehr arm. Im Vergleich zu Myanmar schienen uns vor allem die Unterschiede zwischen arm und reich viel grösser. Beispielsweise waren die Autos auf der Strasse in viel besserem Zustand, aber es gab auch viel mehr Bettler. Während in Myanmar die Menschen zufrieden mit ihrem Leben zu sein schienen (vielleicht auch, weil Teilen ein grundlegender Brauch bei ihnen ist), so schien Hunger und Not in Kambodscha viel mehr verbreitet. Die Kambodschaner sind aber auch sehr freundlich. Sie sind einfach nicht immer ganz ehrlich, vor allem nicht, wenn sie einem etwas verkaufen wollen. Dann sind die Busse direkt und schnell – schliesslich kommt selten ein Tourist zurück und beklagt sich über die Falschinformationen…

In Kambodscha zu reisen war sehr einfach. Auch hier merkt man, dass das Angebot und die Informationen bereits besser auf Touristen ausgerichtet sind als in Myanmar. Das Land hat uns unglaublich gut gefallen. Vor allem, weil alles so einfach zum organisieren und informieren war, die Landschaft üppig und abwechslungsreich war und die Leute freundlich sind. Sie sind sich schon viel mehr an Touristen gewöhnt und daher auch etwas desinteressierter uns gegenüber (als in Myanmar), aber mit einem Lächeln sind wir noch immer einen Schritt vorwärts gekommen.

Unsere Reise in Myanmar

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Von Yangon fuhren wir, nachdem wir uns anklimatisiert hatten, nach Ngwe Saung an den Strand. Am ersten Tag hatten wir eine wunderschöne Gartenanlage mit Pool und Kokosnusspalmen. Der weisse Strand war von Kokosnusspalmen gesäumt und bot ein wunderschöner Anblick. Einheimische hatten an einigen Orten kleine „Kaffees“ mit Plastikstühlen aufgestellt. Baden gingen wir eher in der Nähe der Hotelanlagen, da die Eiheimischen Hosen und Shirt zum Baden trugen. Es war schon ungewohnt, im Bikini den Weg zum Wasser zu laufen, da ich sonst immer, wie die Einheimischen, Schultern und Beine bekleidete. Als wir verlängern wollten, verlangten sie vor Ort den doppelten Preis – das war uns definitiv zu teuer. So wechselten wir eben noch einmal das Hotel. Leider war in diesem kein Garten mehr vorhanden.

Auf dem Rückweg nach Yangon machten wir einen Zwischenstopp in Pathein, weil gemäss unserem Führer dort ein Pagodenfest stattfinden soll. Die Feste sind jedoch immer nach dem Mond gerichtet und finden deshalb fast nie am selben Datum statt. Die Stadt hatte sonst nicht so viel zu bieten, so wurde dieser Aufenthalt recht uninteressant.

Für die Reise von Yangon ins Landesinnere leisten wir uns für 4 Tage einen Mietwagen mit Autofahrer – wir selbst dürfen in Myanmar nicht fahren. Koko nahm noch seine zwei Söhne mit. Sie sind 6 und 13 Jahre alt und sassen jeweils auf dem Beifahrersitz; Verkehrsgesetze gibt es in Myanmar kaum. In Bago besichtigten wir die bekannten Buddha-Statuen. Pagoden und Buddhas gibt’s hier wie Sand am Meer. Die Buddha-Statuen in Bago waren vor allem durch ihre Grösse interessant, die ältere war ausserdem mit vielen Details geschmückt.

Der nächste Halt war der Goldene Felsen. Er befindet sich auf einem Berg, und Buddhisten pilgern dahin, um noch weitere Goldplättchen auf den Felsen zu kleben und zu beten. Kokos älterer Sohn begleitete uns auf der 4stündigen Wanderung. Wir liefen dabei immer an Holz- und Bambushütten (sicher zu 80% mit Fernseher ausgestattet, wie wir feststellten) einen einfachen Weg hoch und genossen den Ausblick über die grünen Hügel. Der goldene Felsen stach von weitem aus der Landschaft heraus und schien wie ein Wunder noch an dem Abhang zu kleben – nach Glauben der Einheimischen wird er durch ein Haar Buddhas festgehalten.

Die Fahrt Weiterfahrt in Richtung Norden nach Kalaw (liegt ca. in der Landesmitte) führte an Flachland, Bambus- und Holzhütten aber auch an Steinhäusern vorbei. Zwischendurch konnten wir auch beobachten, wie Strassen geteert wurden. Der Teer wurde dabei in brennenden Blechfässern erhitzt, mit der Schaufel über die ausgelegten Steine verteilt und anschliessend fuhr eine Walze darüber.

Unterwegs feierten wir Neujahr.  In einem kleinen Ort im hoteleigenen Restaurant gönnten wir uns eine Flasche Rotwein. Wir gingen vor 12 unter die Decke, und hörten noch in der Ferne das Feuerwerk knallen, es dauerte aber nur wenige Minuten.

Schlussendlich führte eine kurvige Strasse in die Bergregion. Kalaw ist ein kleines Bergstädtchen auf rund 1300m Höhe. Von hier aus starteten wir eine dreitägige Wanderung an den Inle-See. Wir hatten eine einheimische Führerin, die wahnsinnig gut kochte und abends mit uns bei einheimischen Familien in Bambus- und Holzhüten übernachtete. Die Hütten waren sehr sauber. Schuhe zogen wir bereits beim Eingang aus. Die Böden waren mit aus Plastikschnur gewobenen-Teppichen ausgelegt, und dünne Matratzen, Kissen und Decken lagen für uns bereit. Die Nächte waren kalt, wir trugen lange Hosen, Pullover und Kappe und waren froh um die beiden dicken Decken, welche wir erhielten. Die Kappen waren ursprünglich als Geschenke für die Bergdörfer gedacht. Diesen geht’s mittlerweile jedoch ziemlich gut, Kinder möchten lieber Süsses als Kleider oder Kugelschreiber. Uns war es auch recht – wir waren froh um die warmen Kappen J

Die (Steh-)Toilette war eine kleine Hütte im Garten. Zum Spülen stand jeweils ein Eimer Wasser bereit. In den Hütten gibt’s weder fliessend Wasser noch Elektrizität, gekocht wird alles über dem Feuer, man wäscht/duscht sich am „Dorfbrunnen“ (ein abgedeckter mit Regenwasser gefüllter Behälter). Wir fühlten uns richtig wohl. Es war alles sehr einfach gehalten, aber in gutem Zustand und gepflegt. Aus unserer Sicht war diese Art der Unterkunft den heruntergekommenen Hotels, welche wir hin und wieder mal erwischten, eindeutig vorzuziehen.

Die Wanderung selbst war nicht besonders anstrengend, aber sehr schön und spannend. Wir liefen durch verschiedene Felder, vorbei an Pagoden, welche mitten in der Landschaft standen, besichtigten auch eine Höhle, in welchen viele Buddhas aufgestellt waren und genossen den Ausblick auf die grünen Hügel.

Am Inle-See angekommen, mieteten wir ein Boot, welche uns durch die schwimmenden Gärten im See fuhr und an den verschiedenen Handwerksbetrieben hielt. Das ganze war sehr touristisch. Auf dem See begegneten wir auch noch ein Paar Beinruderern. Diese stehen mit einem Bein auf dem Boot, mit dem anderen bewegen sie das Ruder. Das ganze Bild mit dem See, dem schwimmenden Garten, den Ruderern und der umgebenden Hügelkette war einfach wunderschön.

Mit dem Nachtbus fuhren wir von Kalaw nach Mandalay. Es war ein VIP-Bus mit nur 3 Sitzen pro Reihe, verstellbarer Rückenlehne und Decke – ziemlich komfortabel, aber eiskalt. Die Busse werden bis um die 10 Grad runterklimatisiert, alle frieren! Wofür dies getan wird weiss niemand! Wer das Personal bittet, die Klimaanlage abzustellen, hat zwar Erfolg, jedoch nur für 10 Minuten..

Anstatt um 5 Uhr kamen wir bereits um 4 Uhr in Mandalay an. Kokos Kollege sollte uns ein Zimmer reserviert haben. Leider hatte dies nicht funktioniert, so mussten wir in der Lobby warten. Um 6 Uhr gingen wir dann auf den Mandalay Hill, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Wir waren etwas zu spät oben, aber die Sonne hatte immer noch eine orange-goldene Farbe und wir hatten eine tolle Aussicht auf Stadt und die Umgebung. Anschliessend besichtigten wir noch den Königspalast, welcher 1857-59 erbaut wurde. Der Palast bestand aus mehreren offenen Häusern aus Holz. Bei einigen war das Dach vergoldet. Das innere war nicht gross mit Möbeln ausgestattet. Die Anlage war interessant und schön, aber sehr einfach. Eindrücklicher fanden wir die Pagode in der Nähe mit 729 Stupas (kleine Türme). In jeder Stupa stand eine Steintafel, auf welcher Buddhas Lehre eingemeisselt ist. So ist in der Pagode das grösste Buch der Welt untergebracht. Auch in der Nähe befand sich ein altes Kloster aus Holz, welches mit wunderschönen Schnitzereien verziert war und eine angenehme Abwechslung zu den Pagoden und Buddhas bot.

Am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug in die nahegelegenen Städte Sagaing und Amarapura. Wir fuhren mit dem Pick-up, was hiess, dass wir 1h warteten, bis er gefüllt war. Anschliessend fuhren wir 45 Min. über die holprige Strasse – eine lustige Erfahrung. Aus unserem Führer ging nicht so recht hervor, was die eigentlichen Sehenswürdigkeiten sind. Wir mieteten ein Velo-Taxi zu den Hügeln. Ziemlich rasch wurde uns klar, dass er es  nicht schaffen wird, uns zu den Hügeln zu fahren, da der Weg zu steil ist. So brachen wir die Aktion ab und genossen die Sicht von weitem auf die mit Bäumen bewachsenen Hügel, auf welchen verteilt unzählige Pagodenspitzen erkennbar waren.

Ein Motorrad-Taxi brachte uns nach Amarapura. Um zu sparen, nahmen wir nur eines. Zu dritt auf dem Moped war es aber schon ziemlich eng, ich hielt mich an den Schultern unseres Chauffeurs fest und Sandro sich an mir. Zum Glück war die Fahrt kurz. In Amarapura steht die längste Teakholzbrücke der Welt. Sie ist 1.2km lang und führt über wunderschöne grüne Wiesen und einen See, in welchem gefischt, gebadet und gewaschen wurde. Wir genossen die Ruhe und Spätnachmittagsstimmung auf unserem Spaziergang über die Brücke und zurück.

Um dem lauten, hektischen Mandalay zu entfliehen, fuhren wir für zwei Nächte nach Pyin Oo Lwin. In der Stadt stehen noch einige Häuser aus den Kolonialzeiten. Sonderlich hübsch fanden wir sie nicht, da sie schon etwas heruntergekommen war. Aber wir hatten ein schönes Hotel mit Gartenanlage. Und – ein kleines myanmarisches Highlight – wir konnten selbst ein Motorrad mieten! Wieso das da ging und sonst fast nirgendwo im Land, konnten wir uns nicht erklären. Wir freuten uns einfach auf die Spritzfahrt zu dem nahegelegenen Wasserfall, welcher wirklich sehr schön war.

Unser letzter Aufenthaltsort in Myanmar war Bagan, die grösste archäologische Stätte des Landes. Wir wagten nochmals eine Nachtbusfahrt. Wieder 2h zu früh kamen wir an, dieses Mal um 3 Uhr morgens. Wahrscheinlich haben die einfach vergessen, den Busfahrplan den besseren Strassenverhältnissen anzupassen…Wir mussten diesmal sogar vor dem Hotel warten. Als wir um 8 Uhr das Zimmer beziehen konnten, legten wir uns zuerst einmal hin. Am Nachmittag wurden wir auf unserer Fahrradtour für die Reisestrapazen entschädigt. Die ganze Region Bagan ist einfach toll! Sie erstreckt sich über 36km2 und ist ziemlich flach. Bäume, Palmen und fast 1000 Jahre alten Pagoden ergeben ein einmaliges Bild. Obwohl viele Touristen in den Dörfern und bei den Pagoden unterwegs waren, fanden wir die Atmosphäre sehr entspannend. Bagan ist wohl die wichtigste Sehenswürdigkeit des Landes und daher auch touristisch am weitesten ausgebaut. Nach 23 Tagen in Myanmar, mit vielen Highlights aber auch anstrengenden Erlebnissen, genossen wir den Komfort einer gut ausgebauten Tourismusinfrastruktur und die Unabhängigkeit, die uns dadurch zu Teil wurde. In der beliebten Ananda Pagode fand an diesen Tagen auch das Pagodenfest statt. Vor der Pagode standen unzählige, grosse Verkaufsstände, am Abend zeigten einmal Ball-Spieler ihre Künste, von der Bühne dröhnte laut einheimische Musik und aus der Ferne waren festlich gekleidete Tänzerinnen zu erkennen. Es gab auch ein kleines Riesenrad; ohne Strom, wohl verstanden. Rund 10 Jungs kletterten jeweils das Rad hoch, um den erforderlichen Schwung zu geben, und sprangen dann in Bodennähe wieder ab. Am nächsten Morgen brachten die Gläubigen Spenden in die Pagode. In Schalen und Kübel brachten sie haufenweise Reis, Getränke, Süssigkeiten, nützliche Gegenstände wie Zahnbürste, Seife etc. und jede Menge Geld! Rund 1000 Mönche reihten sich auf, um die Spenden entgegen zu nehmen. Jeder erhielt etwas, und als sie danach den Weg zwischen den Menschen fortschritten, steckte ihnen hin und da noch jemand Geld zu. Eine Frau hatte ein ganzes Bündel 1000-er-Scheine (ca. 1-CHF), in der Hand, und verteilte diese an die Mönche. Wir waren unglaublich erstaunt über die Grosszügigkeit der Gläubigen, welche teilweise selbst kaum etwas zu haben schienen…

Von unseren Begegnungen mit Einheimischen sind uns folgende Eindrücke besonders geblieben:

  •  Myanmaren investieren viel in den Buddhismus, auch wenn sie selbst nicht viel haben (wir hatten mal gehört, dass dies ¼ ihres Einkommens ausmacht!)
  • Manchmal bedeutet ein Hallo einfach ein Hallo – keine Hintergedanken für Verkäufe oder ähnliches. Sie wollen einfach mit einem in Kontakt treten und vielleicht mal ein Foto von einem machen 😉 Und wenn man lächelt, so lächeln sie so gut wie immer zurück 🙂
  • Die Kinder haben kaum Spielsachen, aber wir haben kaum je ein Kind weinen gehört – geschweige denn quengeln!
  • Teilen ist in Myanmar einfach normal! Einmal im Pick-up hat mir eine Frau einfach so ihre Mandarinen angeboten. Dies erklärt wahrscheinlich auch, weshalb es so wenig Bettler gibt. In den Orten, an denen wir waren, schien niemand hungern zu müssen.

So schlossen wir unser Fazit zu unserer Myanmarreise: Es ist unglaublich spannend, an Orte zu gelangen, wo der Tourismus noch nicht weit fortgeschritten ist. Aber oft ist es dann auch anstrengender (zumindest ohne Führer), da die Kommunikation auf Grund mangelnder Englischkenntnisse sehr schwierig ist, online wenige Informationen zur Verfügung stehen und auch Infrastrukturbasics (Wegweiser und Anschriften in lateinischer Schrift etc.) nicht vorhanden sind. Die Freundlichkeit und Zufriedenheit der Einheimischen freuten uns immer wieder und gaben uns neue Energie, wenn mal etwas nicht ganz so gut funktionierte.

Wir freuen uns nun auf Kambodscha und sind gespannt, welche kulturellen Unterschiede uns dort erwarten.

 

Kulturerlebnis Myanmar – einige Eindrücke

Mittlerweile sind wir bereits seit über 2 Wochen in Myanmar und haben während dieser Zeit einiges erlebt.

Im Grossen und Ganzen erleben wir das Land wenig touristisch, ursprünglich. Auch nach 2 Wochen bezeichnen  wir Myanmaren immer noch als hilfsbereite, ehrliche (meistens) zurückhaltende, freundliche Leute. Noch wird wenig Business gemacht, in Ngwe Saung (Strand) werden kaum Ausflüge angeboten, für ein Frühstück welches 2 USD kostet und man als Tourist auch 4 USD bezahlt hätte wird nachgerechnet und wenn es dann nur noch USD 1.60 kostet, wird das Geld zurückgegeben. Das Land ist im Allgemeinen sehr sicher zum Reisen. Myanmaren scheinen glücklich zu sein, dies mit fast nichts! Davon können wir „Westler“ lernen. Strahlende Kinder rennen alten Mopedreifen nach, dies ist ihr Spielzeug. Ein kleines Mädchen spielt zufrieden mit einem elastischen Gummi und ihren Zehen..

Leider gibt’s in diesem Land ein grosses Abfallproblem, alles wird auf den Boden geworfen. Hin und wieder wischt jemand alles zusammen und verbrennt den Abfallberg, teilweise nicht weit von der Strasse entfernt. Teilweise ist es sehr unhygienisch, auch in Restaurants und Guesthouses. Auf der Strasse wird überall auf den Boden gespuckt, fast alle kauen Bettelnüsse und spucken deshalb rot. Hässlich!!!

Buddhismus ist sehr stark verbreitet, es gibt eine Vielzahl von Tempeln/Pagoden.

Es bestehen grosse kulturelle Einflüsse von Indien, Thailand, China bezüglich Essen, Musik und Tanz. Die birmanische Küche ist der chinesischen sehr nah, extrem fettig (ölig). Wenn man Chicken bestellt, so hat’s praktisch immer noch Knochen/Knorpel drin. Deshalb gehört Fried Rice with Vegetable zu unseren meist georderten Speisen. Hoffentlich werden wir nicht Vegetarier, es wäre schade um die feinen Rindsfilets 🙂

Internet/Wifi sind erstaunlich oft vorhanden, jedoch meist sehr langsam oder es funktioniert überhaupt nicht.

Verkehr: Die Strassen sind erst seit kurzem durchgehend geteert. öV (Busse) sind sehr abgenutzt, Züge in einem sehr schlechten Zustand…Der Strasse entlang ist das Land relativ dicht besiedelt, alle paar Kilometer kommt ein Dörfli. Es gibt sehr viele Velos, Autos und Motorräder, aber keine Traktoren oder sonstigen landwirtschaftlichen Maschinen. Alles wird mit Ochsenkarren erledigt. Auf der Strasse gilt, der stärkere hat Vortritt. Es wird überholt, auch wenn etwas entgegen kommt. Ist es ein Motorrad, so hat dieses anzuhalten/auszuweichen. Bei jeglichen Verkehrshindernissen, egal ob Fussgänger, Hunde, Motorrad- oder Velofahrer wird nicht gebremst, sondern gehupt. In Dörfern geschieht dies im Sekundentakt.

Die Hauptstadt: Diese wurde im Jahr 2005 neu erbaut und ist im Vergleich zum Rest des Landes sehr modern. Es führen teilweise 7-spurige Strassen durch die Stadt, wo es praktisch kein Verkehr hat. Da wurde von der Regierung sinnlos Geld verschwendet. In der Stadt brennen die ganze Nacht Strassenlampen, auch da wo kaum ein Mensch unterwegs ist. Naypyidaw ist die einzige Stadt welche keine Stromversorgungsprobleme hat. Und sofort wird Energie verschwendet….Verständlich, dass die Myanmaren nicht gut auf die Regierung zu sprechen sind!

Preise/Zahlung: Erst seit kurzem gibt es Bankomaten! Für grössere Posten werden die Preise noch sehr häufig in USD angegeben/verlangt. Hotel- und Taxipreise sind im Verhältnis zum Essen eher hoch, ein einfaches Guesthouse kostet USD 20-25, ein einfaches Essen USD 2-3 ein grosses Bier USD 1.5-2 Taxi für 30 Minuten ca. USD 7-8. Ein Chauffeure für 5 Tage USD 420. Die Löhne sind sehr tief, Grundschullehrer USD 70/Monat (wenn diese Zahl wirklich noch stimmt) Verrückte Preise: Auf unserer Reise haben wir z.B. in Christchurch für eine halbe Stunde parkieren mit einem Dollar mehr bezahlt als in Myanmar für einen Teller Reis mit Gemüse und Erdnüssen, inkl. einem Liter Wasser (75 Rappen) Crazy world!!!

Myanmar – ursprünglich und auf Entwicklungskurs

ACHTUNG: es folgt ein langer Text J Wer nur Bilder anschauen möchte, hier die bildlichen ersten Eindrücke von Yangon inklusive 3h Zugfahrt um Yangon herum, Streetlife, die Shwedagon Pagode, einer Tanzaufführung und vielem Mehr. Viel Spass!!

Eigentlich wollten wir über Land nach Burma einreisen. Doch es war ziemlich schwierig, bei den örtlichen Reisebüros in Bangkok Informationen dazu zu erhalten. Vielleicht hätten wir hartnäckiger die angegebenen Reisebüros aus unserem Burma-Führer abklappern sollen. Auf jeden Fall war es kein Problem, innert 24 h überteuerte Visa und Flüge zu erhalten. Unser Fazit zu Buchungen in Bangkok: keinen Preis akzeptieren, bevor ihn nicht online überprüft zu haben.

Wie wir später in einem Reisebüro in Yangonerfahren sollten, wäre die Einreise bei den südlichen Grenzübergängen zu Bangkok möglich gewesen. Zu meiden ist der Grenzübergang im Goldenen Dreieck nahe Laos, da dort die Sicherheit wegen des Opiumhandels geringer ist.

Flug und Einreise klappte einwandfrei und unkompliziert. Der glänzende Steinboden im Flughafen Yangon, die neuen ATMs und Geldwechselstuben machten gar nicht den Eindruck eines Entwicklungslandes. Ein Taxi zu buchen war auch kein Problem. Dass Tourismus in Myanmar eher neu ist, erkannte man daran, dass keine Stadtkarten, Souvenirläden und Hotelbuchungsmöglichkeiten vorhanden waren.

Auf dem Weg in die Stadt konnten wir bereits einen kurzen Blick auf die die goldenen Türme der Swegadon Pagode (Tempel) werfen. Der Verkehr war nicht ganz so wild wie in Bangkok. Das Gästehaus, welches wir aus unserem Führer ausgesucht hatten, war bereits ausgebucht. So liefen wir im Stadtzentrum zu einer anderen Strasse mit Gästehäusern. Die meisten Strassen waren nicht sehr breit, die Häuser eher schmal und nicht in sehr gutem Zustand, aber insgesamt schien die Stadt nicht so überfüllt und laut wie Bangkok und viel grüner. Wir begegneten kaum Touristen – alle Stände und Restaurants an Strassen und Trottoirs sind für Einheimische. Nach der Backpacker-Strasse Khao San in Bangkok fand ich dies so richtig erfrischend. Die meisten Männer und Frauen trugen Hemd oder T-Shirt mit einem Wickelrock. Einige waren auf den Wangen mit gelblicher Farbe leicht angemalt. Hin und wieder waren auch Frauen in Jeans zu sehen, der westliche Einfluss besteht also auch in Myanmar.

Da die meisten Gästehäuser nur über 5-10 Zimmer verfügen, brauchten wir weitere 3 Versuche, bis wir ein Hotel mit einem Doppelzimmer mit WC gefunden hatten. Es war nicht in unserem Führer, machte aber einen sehr neuen und guten Eindruck. Der Raum für das WC war klein, die Duschbrause war einfach zwischen WC und Labavo an der Wand befestigt. Toilettenpapier gabs keins, dafür eine kleine Brause an einem Schlauch, mit welcher man sich abspülen kann. Duschtuch, zwei Seifen und zwei abgepackte Zahnbürsten mit kleiner Zahnpasta lagen für uns bereit. Da es einfach Wolldecken gab, packten wir unsere Seidenschlafsäcke aus. Zu Beginn funktionierte die Elektrizität nicht, doch als wir von einem Spaziergang zurückkamen, schraubten bereits zwei Männer am Elektrizitätskasten und danach waren auch Licht und Klimaanlage in Ordnung. Die Myanmaren sind sehr hilfsbereit und freundlich, einige sprechen einigermassen Englisch, so dass wir gerade zurechtkamen. Ich konnte sogar meinen Insulinvorrat bei der Reception in den Kühlschrank stellen.

Unsere nächste Aufgabe war es, ein Reisebüro zu finden, um die kommenden Tage zu planen. Einige Strassen und Gebäude waren nur in burmesischer Schrift angeschrieben, weshalb wir uns sehr konzentrieren mussten, um uns zu orientieren. Unterwegs wurden wir von einem Burmesen mit pakistanischer Abstammung angesprochen. Er meinte, das gesuchte Reisebüro habe einen neuen Namen und sei an einem anderen Ort. Ob dies so ist, wissen wir bis jetzt noch nicht. Auf jeden Fall brachte er uns zurück in die Strasse, in welcher wir wohnten, zu einem Reisebüro mit kompetenter Beratung. Nach unseren Erfahrungen in Bangkok waren wir zu Beginn skeptisch. Der Berater konnte aber unsere Fragen schnell und mit glaubwürdigen Erklärungen beantworten, sagte klar wo eine Hotelreservierung nötig war und wo nicht, so dass wir bei ihm zwei Hotels und eine Busfahrt buchten. Die Rückfahrt könne problemlos vor Ort gebucht werden. Der Reiseberater  sprach sehr gut Englisch und steht in Kontakt mit einer Reiseberaterin von Globetrotter in Winterthur. Er zeigte uns eine Visitenkarte von seiner Bekannten. Später gingen wir noch in ein Internetcafe (fanden wir gut und funktionierte einwandfrei, entgegen allen anderen Informationen über Myanmar) und fanden, dass seine Preise wirklich in Ordnung waren. Im Internetcafe hatte es ebenfalls nur Einheimische was deutlich macht, dass Internet bei den Einheimischen noch nicht sehr verbreitet ist. Von 7 Leuten waren 2 am skypen und weitere 5 Jugendliche auf Facebook….Was in westlichen Kulturen auf dem Weg zur Arbeit, im Zug, beim Feierabendbier oder wo auch immer über ein Smartphone erledigt wird, dafür nehmen sich Jugendliche am Samstag Abend Zeit in einem Internet-Café. Die Leute hier scheinen ehrlicher zu sein als in Thailand und wenn sie einem halfen schien es nicht einfach mit einem Geschäft und Abzockerei zu tun zu haben. Touristisch ist Burma klar noch nicht so stark entwickelt wie Thailand. Aber vieles ist bereits besser/einfacher, als in Reiseführern und im Internet beschrieben ist. Dazu gehören z.B. die verfügbaren ATMs, Internetcafes mit Skypemöglichkeiten, Hotels mit Wifi (haben wir allerdings noch nicht ausprobiert). Natürlich gilt es immer noch, vorsichtig zu sein und sich zu informieren, wohin man reisen kann und wohin nicht. Zu den Städten im Nordwesten ist beispielsweise nur die Anreise per Flug erlaubt, und für einige Orte in Myanmar benötigt man Bewilligungen. Myanmar scheint sich jedoch rasant zu entwickeln.Deshalb war es wahrscheinlich so schwierig, ausserhalb des Landes zuverlässige Informationen zu erhalten.

Als wir am Abend in einem indischen Restaurant assen, so wurden wir schon etwas von den anderen Gästen beobachtet. Aber die Leute schienen offen gegenüber Touristen zu sein, und so war es einfach ein tolles Gefühl, sich mitten unter Einheimischen zu befinden und eine fremde, authentische Kultur zu erleben. Die unbeschreiblich grosse Hilfsbereit selbst in einer Grossstadt wie Yangon (4.5 Mio Einwohner) stimmen uns zuversichtlich für den weiteren Verlauf der Reise in Myanmar. Jetzt müssen wir uns erst einmal daran gewöhnen, dass nicht jeder der einem anspricht einem Geld abnehmen möchte, gar nicht so einfach nach 5 Tagen in Bangkok….
Unser erster Eindruck ist also sehr positiv und wir sind überzeugt, dass wer nach Myanmar gehen möchte, dies je früher je besser macht.